Mieten oder Kaufen: Was lohnt sich für Expats?

Jürg Furter
04.05.2026
Mieten oder Kaufen: Was lohnt sich für Expats?

Als Expat im Aargau stellt sich oft die Frage: Mieten oder kaufen? Die Antwort hängt von Faktoren wie Aufenthaltsdauer, Budget und langfristigen Zielen ab. Der Schweizer Immobilienmarkt hat Besonderheiten, die diese Entscheidung beeinflussen.

Kurzfassung:

  • Mieten: Flexibel, keine hohe Anzahlung, ideal für Aufenthalte <10 Jahre. Nachteile: Miete ist verlorenes Kapital, unsichere Verfügbarkeit in beliebten Regionen.
  • Kaufen: Eigenkapitalaufbau, Schutz vor Kündigungen, langfristig günstiger. Nachteile: Hohe Einstiegshürden (20 % Anzahlung), geringere Flexibilität.

Kostenvergleich (Beispiel Aargau):

  • Miete: 3-Zimmer-Wohnung kostet ca. CHF 2’450 pro Monat.
  • Kauf: 950'000 CHF Immobilie mit 20 % Anzahlung (CHF 190'000) ergibt monatliche Kosten (inkl. Zinsen, Amortisation, Unterhalt) von CHF 3'265. Effektive nicht rückholbare Kosten: CHF 2'215 pro Monat.

Entscheidungshilfe:

  • Kurzfristiger Aufenthalt (<10 Jahre): Mieten ist oft günstiger und flexibler.
  • Langfristiger Aufenthalt (10+ Jahre): Kaufen lohnt sich durch Eigenkapitalaufbau und Wertsteigerung.

Expats sollten Aufenthaltsbewilligung, Hypothekenzugang und finanzielle Stabilität genau prüfen. Eine individuelle Beratung (z. B. Atanos AG) kann bei der Entscheidung helfen.

Mieten vs. Kaufen im Aargau: Kostenvergleich und Entscheidungshilfe für Expats

Mieten vs. Kaufen im Aargau: Kostenvergleich und Entscheidungshilfe für Expats

Mieten: Vor- und Nachteile

Warum Mieten für Expats funktioniert

Für Expats, die beruflich oft flexibel bleiben müssen, bietet das Mieten in der Schweiz viele Vorteile. Dank kurzer Kündigungsfristen und dem Wegfall hoher Anzahlungen bleibt finanzielle Freiheit erhalten. Statt 20 % des Immobilienwerts als Anzahlung zu leisten, kann dieses Kapital in diversifizierte Anlagen wie den Aktienmarkt investiert werden. Seit 1900 haben Schweizer Aktien eine durchschnittliche jährliche Rendite von rund 6,8 % erzielt. Zudem entfällt das Risiko, das mit dem Besitz einer einzigen Immobilie verbunden ist. Maciej Skoczek von UBS hebt hervor:

Fallen die Immobilienpreise etwa um 20 %, betrifft das bei vielen Haushalten einen erheblichen Teil des Gesamtvermögens.

Ein weiterer Pluspunkt: Mieter müssen sich nicht um kostspielige Instandhaltungen kümmern, da diese Aufgabe beim Vermieter liegt. Gerade für Expats, die oft einen vollen Terminkalender haben, ist das ein grosser Vorteil. Allerdings bringt das Mieten in der Schweiz auch einige Herausforderungen mit sich.

Herausforderungen beim Mieten in der Schweiz

Die Unsicherheiten für Mieter beginnen bei möglichen Mieterhöhungen. Diese sind an den Referenzzinssatz gekoppelt, und Vermieter dürfen die Miete entsprechend anpassen. Francis Schwartz von Raiffeisen Schweiz erklärt:

Mieter hingegen wechseln statistisch etwa alle zehn bis fünfzehn Jahre die Wohnung und werden dabei häufig wieder mit höheren Marktmieten konfrontiert.

Ein weiteres Problem ist das begrenzte Angebot in beliebten Regionen. Besonders in Pendlergebieten wie Baden, Brugg oder Aarau ist die Wohnungssuche nicht einfach. Zwar liegen die Leerstandsquoten im Aargau bei 1,5 % bis 2,0 %, was etwas Entspannung im Vergleich zu Zürich bietet, doch bleibt die Konkurrenz in städtischen Zentren hoch. Expats ohne Schweizer Betreibungsauszug müssen oft zusätzliche Einkommensnachweise erbringen oder eine höhere Kaution (bis zu drei Monatsmieten) hinterlegen.

Auch die eingeschränkte Gestaltungsfreiheit kann ein Nachteil sein. Änderungen wie das Streichen von Wänden oder der Einbau von Möbeln sind ohne schriftliche Zustimmung des Vermieters nicht erlaubt. Zudem sind Kündigungen oft nur zu festen Terminen (Ende März, Juni, September) möglich, was die Flexibilität einschränkt.

Mieten: Vergleichstabelle

Aspekt Vorteile Nachteile Relevanz für Expats
Flexibilität Einfacher Umzug mit dreimonatiger Kündigungsfrist Kündigungen nur zu ortsüblichen Terminen möglich Hoch, besonders bei befristeten Arbeitsverträgen (1–3 Jahre)
Finanzen Keine 20 % Anzahlung oder Hypothek erforderlich Miete gilt als „verlorenes" Kapital; Risiko von Mieterhöhungen Ideal für Expats ohne langfristige Schweizer Kredithistorie
Unterhalt Vermieter übernimmt grössere Reparaturen Mieter trägt Kosten für Kleinreparaturen bis ca. CHF 150–200 Weniger Aufwand für vielbeschäftigte Berufstätige
Gestaltung Keine Verantwortung für langfristige Renovationen Keine individuelle Wandgestaltung ohne schriftliche Zustimmung Hoch, da viele Expats bezugsfertige Wohnungen bevorzugen

Kaufen: Vor- und Nachteile

Nach der detaillierten Analyse der Mietoptionen betrachten wir nun den Kauf von Immobilien als Alternative für Expats.

Warum Kaufen für Expats funktioniert

Für Expats, die langfristig in der Schweiz bleiben möchten, kann der Immobilienkauf eine interessante finanzielle Option sein. Im Gegensatz zur Miete ermöglicht die Hypothekenamortisation den Aufbau von Eigenkapital. Manuel Boeck bringt es auf den Punkt:

Amortisationen zählen nicht als Kosten, weil sie lediglich eine Umschichtung von Vermögen vom Konto in die Immobilie darstellen.

Ein weiterer Vorteil ist der sogenannte Hebeleffekt. Da Immobilien in der Schweiz oft zu 80 % fremdfinanziert werden, können Wertsteigerungen des Objekts das Eigenkapital überproportional wachsen lassen. Ein Beispiel: Eine Immobilie, die vor 15 Jahren für CHF 1 Mio. gekauft wurde, hat heute einen durchschnittlichen Wert von CHF 1,7 Mio. Das entspricht einer jährlichen Rendite von etwa 10 % auf das investierte Eigenkapital. Zusätzlich haben Eigentumswohnungen in der Schweiz seit 1988 durchschnittlich um 2,7 % pro Jahr an Wert gewonnen.

Auch steuerlich gibt es Vorteile: Hypothekarzinsen können abgezogen werden, was die Steuerlast senkt. Zudem bietet Eigentum Sicherheit vor unvorhergesehenen Kündigungen. Francis Schwartz von Raiffeisen Schweiz hebt hervor:

Eigentümer können nicht gekündigt werden und bleiben in der Regel lange in ihrer Immobilie.

Besonders im Aargau, wo eine 3,5-Zimmer-Wohnung in Bremgarten derzeit CHF 820'000 kostet, erscheint der Kauf als attraktive Option – vor allem im Vergleich zu den höheren Preisen in Zürich oder Genf.

Trotz dieser Vorteile gibt es jedoch einige Herausforderungen, die speziell für Expats relevant sind.

Herausforderungen beim Kaufen in der Schweiz

Eine der grössten Hürden für Expats ist die hohe Anzahlung von 20 %. Für eine Wohnung in Bremgarten zum Preis von CHF 820'000 wären das CHF 164'000 Eigenkapital – ein Betrag, der nicht für jeden leicht verfügbar ist. Auch die Zinsentwicklung spielt eine wichtige Rolle. Florian Schubiger von Hypotheke.ch erklärt:

Es ergibt sich in vielen Rechnungen eine Schwelle bei rund 3 % Hypothekarzins, bei der sich Kaufen und Mieten kostenmässig etwa die Waage halten.

Sollten die Zinssätze diese Schwelle überschreiten, könnte Mieten die günstigere Alternative sein. Aktuell liegen die durchschnittlichen Hypothekarzinsen bei etwa 1,25 %, während historische Durchschnittswerte um die 4 % liegen.

Ein weiteres Risiko ist das sogenannte Klumpenrisiko. Für viele Haushalte stellt die Immobilie den grössten Teil des Vermögens dar, was bei einem Preisrückgang problematisch werden kann. Zudem ist die Liquidität von Immobilien gering. Während Aktien schnell verkauft werden können, kann ein Immobilienverkauf Monate dauern oder mit Preisabschlägen verbunden sein. Eigentümer müssen zusätzlich mit jährlichen Unterhaltskosten von 0,75–1 % rechnen.

Schliesslich erfüllt nur etwa jeder sechste Haushalt in der Schweiz die finanziellen Voraussetzungen für einen Immobilienkauf, was die Einstiegshürden hoch macht.

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Vor- und Nachteile übersichtlich zusammen:

Kaufen: Vergleichstabelle

Aspekt Vorteile Nachteile Relevanz für Expats
Finanzen Eigenkapitalaufbau, Steuerabzüge, Hebeleffekt Hohe Anzahlung (20 %), laufende Unterhaltskosten (0,75–1 % p.a.) Hohe Einstiegshürde; erfordert langfristige Perspektive
Stabilität Schutz vor Kündigung und Mieterhöhungen Klumpenrisiko (Vermögen in einem Objekt gebunden) Ideal für Expats mit einem Aufenthalt von 10+ Jahren
Flexibilität Freiheit bei Renovationen und Gestaltung Geringe Liquidität; schwieriger Ausstieg bei Versetzung Riskant bei kurzfristigen oder unsicheren Bewilligungen
Markt Potenzial für 2,7 % jährliche Wertsteigerung Risiko von Preisstagnation oder Zinsanstieg Aargau bietet im Vergleich zu Zürich/Genf ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis

Kostenvergleich: Mieten vs. Kaufen im Aargau

Auf Grundlage der zuvor besprochenen Vor- und Nachteile folgt ein detaillierter Kostenvergleich für den Aargau.

Monatliche Kostenübersicht

Eine typische 3-Zimmer-Wohnung im Aargau kostet im Durchschnitt CHF 2'450 pro Monat (inklusive Nebenkosten). Beim Kauf einer vergleichbaren Immobilie für CHF 950'000 wären 20 % Anzahlung (CHF 190'000) sowie CHF 15'000–20'000 für Notar und Grundbuch erforderlich. Mit einem Hypothekarzins von 2,25 % auf die verbleibenden CHF 760'000 ergeben sich monatliche Zinskosten von CHF 1'425. Hinzu kommen die obligatorische Amortisation von CHF 1'050 sowie eine Unterhaltsreserve von CHF 790 (entspricht 1 % des Immobilienwerts jährlich). Insgesamt belaufen sich die monatlichen Kosten beim Kauf auf CHF 3'265.

Allerdings zählt die Amortisation von CHF 1'050 als Eigenkapitalaufbau und nicht als reine Ausgabe. Die effektiven nicht rückholbaren Kosten beim Kauf betragen somit CHF 2'215 (Zinsen und Unterhalt), während bei der Miete die gesamten CHF 2'450 als Ausgaben verloren gehen.

5–10 Jahre Kostenanalyse

Ein mittelfristiger Vergleich zeigt ein ähnliches Bild. Nach 5 Jahren summieren sich die Mietkosten auf CHF 147'000, während die nicht rückholbaren Kosten beim Kauf CHF 132'600 betragen. Gleichzeitig wird Eigenkapital in Höhe von CHF 63'000 aufgebaut. Nach 10 Jahren hat der Mieter CHF 294'000 ausgegeben, während der Käufer CHF 265'200 an Zinsen und Unterhalt gezahlt hat und dabei CHF 126'000 Eigenkapital aufbauen konnte. Bei einer angenommenen Wertsteigerung der Immobilie von 2,7 % jährlich würde der Immobilienwert nach 10 Jahren auf rund CHF 1'240'000 steigen, was einem Gewinn von CHF 290'000 entspricht.

Wie Francis Schwartz von Raiffeisen Schweiz erklärt:

Weil sich Immobilienpreise und Mieten jedoch meist parallel entwickeln, bleiben die relativen Kostenunterschiede zwischen Mieten und Kaufen langfristig häufig ähnlich.

Kostenszenarien: Beispiel 3-Zimmer-Immobilie

Die folgende Tabelle bietet eine praktische Übersicht über die Kosten verschiedener Immobilien im Aargau:

Standort Miete (monatlich) Kaufpreis Anzahlung (20 %) Monatliche Hypothek* 5-Jahres-Kosten 10-Jahres-Kosten
Bremgarten (3,5 Zi.) CHF 2'300 CHF 820'000 CHF 164'000 CHF 2'816 CHF 138'000 (Miete) / CHF 114'360 (Kauf)** CHF 276'000 (Miete) / CHF 228'720 (Kauf)**
Durchschnitt Aargau (3 Zi.) CHF 2'450 CHF 950'000 CHF 190'000 CHF 3'265 CHF 147'000 (Miete) / CHF 132'600 (Kauf)** CHF 294'000 (Miete) / CHF 265'200 (Kauf)**
Oberrohrdorf (4,5 Zi.) CHF 3'200 CHF 1'520'000 CHF 304'000 CHF 5'228 CHF 192'000 (Miete) / CHF 212'112 (Kauf)** CHF 384'000 (Miete) / CHF 424'224 (Kauf)**

*Hypothek beinhaltet Zinsen (2,25 %), Amortisation und Unterhalt (1 % p.a.)
**Nur nicht rückholbare Kosten (Zinsen + Unterhalt); ohne Eigenkapitalaufbau und Wertsteigerung

Die Daten zeigen: Bei einem Hypothekarzins von 2,25 % ist der Kauf im Aargau finanziell interessant – besonders, wenn man mindestens 10 Jahre bleibt und über ausreichend Eigenkapital verfügt.

Expat-Spezifische Überlegungen in der Schweiz

Aufenthaltsbewilligung und Hypothekenzugang

Die Aufenthaltsbewilligung spielt eine entscheidende Rolle, wenn Expats im Aargau eine Immobilie erwerben möchten. Wer eine Niederlassungsbewilligung (C-Ausweis) besitzt, hat dieselben Rechte wie Schweizer Bürger und kann uneingeschränkt Eigentum kaufen. Mit einer Aufenthaltsbewilligung (B-Ausweis) hingegen unterliegt der Kauf den Vorgaben der Lex Koller. Das bedeutet, dass der Erwerb zwar möglich ist, jedoch oft an Bedingungen wie den Wohnsitz geknüpft wird.

Banken legen bei Expats besonderes Augenmerk auf die Aufenthaltsdauer und deren Perspektive. Eine befristete B-Bewilligung kann die Vergabe von Hypotheken erschweren, während eine unbefristete B-Bewilligung oder ein C-Ausweis die Chancen erheblich verbessert. Zusätzlich gelten für Expats oft strengere Kriterien als für Schweizer Haushalte, was die finanzielle Planung beeinflusst.

Einkommensstabilität und Finanzplanung

Neben rechtlichen Aspekten ist die finanzielle Stabilität ein zentraler Faktor. Schweizer Banken verlangen, dass die Wohnkosten maximal ein Drittel des Bruttoeinkommens ausmachen. Expats mit befristeten Arbeitsverträgen oder in Branchen mit hoher Fluktuation sollten Mietoptionen in Betracht ziehen, da diese mehr Flexibilität bei beruflichen Veränderungen bieten.

Auch die geplante Aufenthaltsdauer in der Schweiz ist entscheidend. Expats, die nur drei bis fünf Jahre bleiben möchten, tragen ein höheres Risiko, da Transaktionskosten und mögliche Wertschwankungen den finanziellen Vorteil eines Immobilienkaufs schmälern können. Bei einem längeren Aufenthalt von mindestens 10 Jahren hingegen profitieren Käufer vom Eigenkapitalaufbau und einer durchschnittlichen jährlichen Wertsteigerung von 2,7 %.

Atanos AG Unterstützung für Expats

Atanos AG

Um Expats bei diesen Herausforderungen zu unterstützen, bietet die Atanos AG spezialisierte Dienstleistungen. Die neutrale Käuferberatung hilft dabei, die komplexen Schweizer Vorschriften und Finanzierungsoptionen besser zu verstehen. Der Käufer-Check (CHF 990) umfasst eine 45–60-minütige persönliche Beratung und eine detaillierte Analyse der finanziellen Situation – ideal, um die Kaufmöglichkeiten zu prüfen. Die Objekt- & Kaufpreisprüfung (CHF 3'390) beinhaltet eine Vor-Ort-Besichtigung, einen Marktvergleich und eine umfassende Risikoanalyse.

Besonders wertvoll ist die Beratung zur 80/20-Finanzierungsregel und dem Hebeleffekt: Mit 80 % Fremdkapital und einer jährlichen Wertsteigerung der Immobilie von 2,7 % kann eine Eigenkapitalrendite von fast 10 % erreicht werden, vorausgesetzt, der Hypothekarzins bleibt unter der Wertsteigerung. Zudem unterstützt Atanos AG bei der Wahl zwischen SARON-Hypotheken und Festhypotheken, die derzeit bei durchschnittlich 1,25 % liegen.

Wann Mieten und wann Kaufen

Wann Mieten sinnvoll ist

Mieten bietet sich an, wenn der Aufenthalt weniger als 10 Jahre beträgt. Das liegt daran, dass die hohen Transaktionskosten eines Immobilienkaufs in diesem Zeitraum kaum durch die Nutzung ausgeglichen werden können. Für Expats mit befristeten Arbeitsverträgen oder unsicherer beruflicher Zukunft ist Mieten ebenfalls ideal, da es mehr Flexibilität bietet. Ein Umzug ist wesentlich einfacher zu organisieren, als eine Immobilie zu verkaufen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kapitalstrategie: Wer sein Vermögen breiter streuen möchte, kann durch das Mieten das Risiko vermeiden, einen grossen Teil des Kapitals in eine einzige Immobilie zu investieren.

Wann Kaufen sinnvoll ist

Ein Kauf lohnt sich vor allem, wenn man plant, mindestens 10 bis 15 Jahre an einem Ort zu bleiben. In diesem Zeitraum amortisieren sich die Transaktionskosten, und der Hebeleffekt durch die Fremdfinanzierung – oft 80 % des Kaufpreises – sorgt langfristig für eine attraktive Eigenkapitalrendite. Bei typischer Finanzierung kann diese Rendite sogar bis zu 10 % pro Jahr erreichen.

Zusätzlich bietet der Besitz einer Immobilie Schutz vor Kündigungen und steigenden Mietpreisen. Die Wohnkosten bleiben stabil, und die Immobilie dient als Inflationsschutz, da der reale Wert der Hypothekarschuld bei steigenden Preisen abnimmt. Allerdings erfüllen derzeit nur etwa 1 von 6 Haushalten in der Schweiz die finanziellen Voraussetzungen, um eine Immobilie zu kaufen.

„Es gibt eine Schwelle bei vielen Berechnungen bei rund 3 % Hypothekarzins, wo Kaufen und Mieten in etwa gleich teuer sind."
– Florian Schubiger, Hypotheke.ch

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Kriterien, die bei der Entscheidung zwischen Mieten und Kaufen eine Rolle spielen.

Entscheidungstabelle: Mieten oder Kaufen

Kriterium Mieten Kaufen
Aufenthaltsdauer Kurz- bis mittelfristig (< 10 Jahre) Langfristig (10+ Jahre)
Einkommensstabilität Flexibel/Unsicher Hoch/Stabil
Familienstatus Flexibilität bei Veränderungen wichtig Langfristige Stabilität gewünscht
Kapitalstrategie Investition in liquide Anlagen (Aktien) Vermögensaufbau durch Immobilie
Empfehlung Mieten, wenn Flexibilität gefragt ist Kaufen, bei langfristiger Planung

Fazit

Ob Expats im Aargau mieten oder kaufen sollten, hängt stark von drei zentralen Faktoren ab: der geplanten Aufenthaltsdauer, der finanziellen Stabilität und den individuellen Vermögenszielen. Wer plant, weniger als 10 Jahre in der Schweiz zu bleiben, kann von der Flexibilität des Mietens profitieren. Für einen längerfristigen Aufenthalt könnte der Kauf jedoch durch Vorteile wie den Hebeleffekt der Fremdfinanzierung und Schutz vor steigenden Mietpreisen interessant sein.

Derzeit machen günstige Hypothekarzinsen von etwa 1,25 % den Kauf besonders attraktiv. Allerdings gleichen sich die Kosten für Mieten und Kaufen bei einem Zinssatz von etwa 3 % an. Dennoch bleibt der Kauf für viele Haushalte aufgrund der strengen finanziellen Anforderungen eine Herausforderung.

Expats stehen zudem vor zusätzlichen Hürden: Aufenthaltsbewilligung, Zugang zu Hypotheken und Einkommenssicherheit sind entscheidende Aspekte, die sorgfältig geprüft werden müssen. Auch die hohen Transaktionskosten beim Kauf – wie Grundbuchgebühren und Handänderungssteuern – lohnen sich oft erst bei einem längeren Verbleib.

Letztlich ist eine fundierte Entscheidung nur durch eine individuelle Analyse der persönlichen und finanziellen Situation möglich. Hier bietet die Atanos AG wertvolle Unterstützung: Von der ersten Orientierung über die Finanzierungsprüfung bis hin zur Kaufbegleitung stellt das Unternehmen neutrale Beratung bereit. Dienstleistungen wie der Käufer-Check (CHF 990) oder die Komplettbegleitung (CHF 7'500) sorgen für Klarheit und Sicherheit im Entscheidungsprozess.

Die Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile zeigt, dass sowohl finanzielle als auch persönliche Faktoren berücksichtigt werden müssen. Eine realistische Einschätzung der Zukunftspläne und der finanziellen Möglichkeiten ist entscheidend. Mit professioneller Beratung lassen sich Fehlinvestitionen vermeiden und die Grundlage für langfristigen finanziellen Erfolg legen.

FAQs

Ab wann lohnt sich Kaufen wirklich (Break-even)?

Der Zeitpunkt, an dem sich der Kauf einer Immobilie gegenüber dem Mieten finanziell auszahlt, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören die Gesamtkosten, die Wertentwicklung der Immobilie und die persönlichen langfristigen Ziele. Häufig zeigt sich, dass sich ein Kauf nach etwa 10 bis 15 Jahren lohnt – insbesondere dann, wenn die laufenden Mietkosten die Investition in Wohneigentum übersteigen.

Um eine präzise Einschätzung zu erhalten, ist es ratsam, eine professionelle Immobilienbewertung durchführen zu lassen und eine fundierte Finanzberatung in Anspruch zu nehmen. Experten wie die Atanos AG können helfen, individuelle Aspekte wie Hypothekenzinsen, steuerliche Vorteile und andere persönliche Parameter zu berücksichtigen. Solche Analysen schaffen eine solide Grundlage für eine gut informierte Entscheidung.

Welche Bewilligung brauche ich als Expat, um im Aargau zu kaufen?

Wenn Sie als Expat im Aargau eine Immobilie erwerben möchten, benötigen Sie in den meisten Fällen eine Bewilligung. Es gibt jedoch Ausnahmen: EU- und EFTA-Bürger mit Wohnsitz in der Schweiz können Immobilien ohne zusätzliche Genehmigung kaufen.

Für alle anderen ausländischen Staatsangehörigen hängt der Kaufprozess von Ihrer Nationalität und Ihrem Aufenthaltsstatus ab. In solchen Fällen ist es notwendig, eine Genehmigung zu beantragen. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollten Sie sich direkt bei den zuständigen Behörden über die genauen Anforderungen und Verfahren informieren.

Wie stark beeinflussen Hypothekarzinsen (z. B. 3 %) die Gesamtkosten?

Die aktuellen Hypothekarzinsen, die bei etwa 3 % liegen, spielen eine entscheidende Rolle bei den Gesamtkosten eines Immobilienkaufs. Steigende Zinsen bedeuten höhere monatliche Belastungen, was die langfristigen Kosten eines Kaufs deutlich in die Höhe treibt. Dadurch kann das Mieten im Vergleich attraktiver erscheinen.

Umgekehrt machen niedrigere Zinsen den Kauf einer Immobilie finanziell interessanter, da sie die monatlichen Raten und die Gesamtkosten reduzieren. Deshalb lohnt es sich, die Zinsentwicklung genau im Auge zu behalten. Nur so lässt sich die Wirtschaftlichkeit eines Kaufs realistisch und langfristig einschätzen.

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